Gemüse und Kidnexbohnen auf einem Schneidebrett
Ernährung & Umwelt

Sind diese Produkte vegan?

Im Zuge der veganen Ernährung habe ich angefangen, viele alltägliche Produkte zu hinterfragen. Was ist eigentlich drin? Bei so einigen Dingen ist es gar nicht so einfach, auf Anhieb eine Antwort zu finden. Im Laufe der Zeit habe ich mich mit immer mehr Produkten auseinandergesetzt und nun eine kleine Auswahl zusammengestellt. Bei einigen war ich wirklich vom Ergebnis überrascht.

1. Bananen

Bananenbaum
Diese schöne Bananenstaude habe ich in Kenia gesehen. (Foto: Kira Jacobs)

Klar, vegan. Oder? Gerade bei Obst sollte man meinen, dass es sich ganz eindeutig um ein veganes Produkt handelt. Bei Bananen ist das leider nicht so einfach, denn sie werden in der konventionellen Landwirtschaft für den Transport mit Pestiziden bespritzt, die verhindern, dass sie zu schnell nachreifen. In diesen befindet sich Chitosan, das vor allem aus den Schalen von Garnelen und Krabben gewonnen wird. Wer vegane Bananen kaufen möchte, sollte also Bio-Bananen kaufen – die dürfen nicht mit Pestiziden behandelt werden.

2. Fotoabzüge

Inzwischen sind sie ja schon ein bisschen aus der Mode gekommen, aber hin und wieder lassen wir dann doch nochmal ein Bild entwickeln, um es an eine Wand zu hängen, unseren Liebsten eine Freude zu machen oder es in einem Bilderrahmen auf dem Schreibtisch zu platzieren. Fotoabzüge sind leider nicht einmal vegetarisch, denn es kommt Gelatine zum Einsatz, die – wie wahrscheinlich viele von Gummibärchen wissen – gewonnen wird, indem Haut und Knochen von Schweinen und Rindern aufgekocht werden. Gelatine wird sowohl bei der Entwicklung von Bildern als auch für das Fotopapier selbst eingesetzt.

Drei Bildabzüge, die übereinander liegen
Für Fotoabzüge wird Gelatine eingesetzt. (Foto: Kira Jacobs)

3. Kondome

Drei Kondome in ihrer Verpackung
Kondome gibt’s auch in vegan – von Durex übrigens nicht. (Foto: Kira Jacobs)

Herkömmliche Kondome sind… nicht vegan. In der Herstellung wird nämlich häufig Kasein, also Milchprotein, als Bindemittel eingesetzt. Im fertigen Kondom ist Kasein nicht mehr enthalten – vegan ist das Kondom damit aber dennoch nicht.

Glücklicherweise gibt es Anbieter auf dem Markt, die sich auf vegane und tierversuchsfreie Kondome spezialisiert haben, inklusive einer Kondommarke, die für jedes verkaufte Kondom einen Baum pflanzt – so schön können Umwelt- und Klimaschutz sein.

4. Jeans

Eine ganz gewöhnliche Jeans besteht in der Regel aus Baumwolle. Eng sitzende Jeans haben zudem oft einen mal höher, mal niedrigeren Anteil an Polyester, Viskose und/oder Elastan, damit die Hose auch nach dem drei-Gänge-Menü noch passt. Also ganz unverfänglich als Veganer*in. Doch der Teufel steckt bekanntlich im Detail: Die meisten Jeans haben am Hosenbund nämlich einen aufgenähten Patch, der nicht selten aus Leder besteht. Hier lohnt es sich also, nachzufragen, wenn es dazu keine Informationen am Schild oder auf der Webseite geben sollte. Alternativ ist es natürlich deutlich leichter, direkt bei einem Anbieter zu kaufen, der vegane Kleidung entsprechend auszeichnet.

Jeans mit einem veganen Patch
Jeans-Patches müssen nicht aus Leder sein. Dieses hier ist aus Kork. (Foto: Kira Jacobs)

5. Apfelsaft

Ja, schon wieder ein Obstprodukt. Ich kann es selbst nicht glauben, wo überall tierische Produkte eingesetzt werden. Und schon wieder ist das Problem Gelatine. Um aus naturtrüben Apfelsaft klaren Apfelsaft herzustellen, wird bei einigen Apfelsaftmarken Gelatine im Filterprozess eingesetzt. Da es gute Alternativen wie die mechanische Filterung oder der Einsatz von Erbsenprotein gibt, betrifft das aber zum Glück längst nicht alle Säfte.

6. Nudeln

Nudeln in einem Aufbewahrungsglas
Nudeln enthalten keine tierischen Inhaltsstoffe. (Foto: Kira Jacobs)

Spaghetti, Fusilli, Penne, Makkaroni – wir lieben sie in allen Formen. Ich persönlich dachte, bevor ich vegan wurde, dass in Nudeln Ei sei. Das ist falsch. Gewöhnliche Nudeln bestehen einfach nur aus Weizen. Wer Dinkelnudeln lieber mag, muss sich auch hier keine Sorgen machen: Sie bestehen dann eben aus Dinkel statt Weizen.

7. Lippenstift

Rote Lippen soll man küssen – doch rote Lippen tragen in der Regel trächtige, getrocknete, mit Wasser und Schwefelsäure ausgekochte Cochenilleschildläuse. Denn das verbirgt sich hinter dem Farbstoff Karmin, der in so ziemlich jedem Lippenstift enthalten ist. Das macht definitiv keine große Lust auf einen Kuss und ist ganz bestimmt auch nicht vegan.

Vegane Alternativen gibt es von verschiedenen Herstellern, die entweder ausschließlich oder teilweise vegane Lippenstifte anbieten. Wenn der Lippenstift nicht als vegan gelabelt ist, kann ich die App CodeCheck sehr empfehlen, mit der sich dieses und viele weitere Kriterien leicht überprüfen lassen.

Hier erfährst du noch mehr über vegane Kosmetik.

8. Schokolade

Kakao ist natürlich vegan. Zu Schokolade verarbeitet, kommt es oft auf den Prozentanteil an: Je höher der Kakaoanteil ist, desto wahrscheinlicher ist, dass keine Milch hinzugefügt wurde. Dann sind die Schokoladen vegan. Vollmilchschokolade ist wenig überraschend nicht vegan. Es gibt jedoch auch helle vegane Schokoladen, die Reismilch und keine Kuhmilch enthalten.

Schokolade ist trotzdem ein Lebensmittel, das bei mir immer seltener im Einkaufskorb landet, obwohl sie sonst meine größte Schwachstelle in Hinblick auf eine gesunde Ernährung war. Der Grund: Für die Herstellung von Schokolade wird sehr viel Wasser verbraucht und zugleich ist der CO2-Ausstoß hoch. Rationale Argumente haben mich immer noch am meisten überzeugt und so gibt’s nur noch selten Schokolade bei mir – meine gesunde Ernährung profitiert da ganz nebenbei auch von. Und wenn es doch mal Schokolade sein soll, dann unbedingt Bio- und Fairtrade-zertifizierte, da Kinderarbeit und Ausbeutung sehr große Probleme im Anbau von Kakao sind.

9. Brot

Ob Brot vegan ist oder nicht, ist pauschal nicht zu beantworten. Viele Brote bestehen einfach aus Mehl und Wasser, vielleicht noch ein paar Saaten, Salz und ab und zu Hefe. Gerade helle oder süße Brote enthalten jedoch auch Butter, Eier und/oder Milch. Da Bäckereien in der Regel leider nicht alle Inhaltsstoffe am Schild auszeichnen, hilft hier leider nur nachfragen.

Sollte der*die Verkäufer*in nicht wissen, ob ein Brot vegan ist, kann man übrigens nach einem Ordner fragen, in dem die Zutaten und Inhaltsstoffe für jedes einzelne Produkt aufgeführt sind. So eine Informationsquelle muss es in jeder Bäckerei geben. In Bio-Bäckereien habe ich schon häufig erlebt, dass vegane Waren direkt am Preisschild ausgezeichnet werden – das ist natürlich für alle Beteiligten einfacher.

Bei Brot hilft nur nachfragen bzw. nachlesen, ob es jeweils vegan ist. (Foto: Kira Jacobs)

10. Oreo

Da ich so gut wie nie nasche, sind auch Oreos bei mir nicht besonders hoch im Kurs, aber: Sie sind vegan! Das hatte ich tatsächlich nicht erwartet, insbesondere wegen der weißen Cremefüllung. Aber: Es ist keine Milch enthalten. Eine unverfängliche süße Versuchung!

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